Zukunft Zentralklinikum Mittelbaden: Bundespolitische Einsparung trifft auch das KMB/Bekenntnis zum Neubau-Standort in Rastatt am Münchfeldsee
Die deutsche Krankenhauslandschaft befindet sich in einer schwerwiegenden Krise. Das wurde bei einer Pressekonferenz am Mittwoch,13. Mai, im Landratsamt Rastatt deutlich, zu der Landrat Prof. Dr. Christian Dusch, die Oberbürgermeister Thomas Jung und Monika Müller sowie die Geschäftsführer des Klinikum Mittelbaden eingeladen hatten. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie es mit den derzeitigen Klinikstandorten Baden-Baden und Rastatt und perspektivisch mit dem Bau eines Zentralklinikum am Standort Münchfeldsee weitergehen soll.
Die Krankenhauslandschaft befände sich bundesweit in einer tiefgreifenden Krise. Besonders das kürzlich verabschiedete Gesetz zur Beitragssatzstabilisierung verschärfe die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erheblich. Steigende Kosten fürs Personal und Material, zu wenig Geld für die erbrachten Leistungen und zusätzliche bürokratische Belastungen führten bundesweit zu hohen Defiziten vieler Kliniken, so die Verantwortlichen.
Das Klinikum Mittelbaden habe bereits frühzeitig auf Strukturreformen reagiert und die stationäre Versorgung von ehemals sechs auf künftig zwei zentrale Standorte konzentriert. Trotz umfangreicher Maßnahmen verzeichnete das Klinikum Mittelbaden im Jahr 2025 ein Defizit von 22,8 Millionen Euro. Tendenz nach wie vor steigend.
Der Landkreis Rastatt und die Stadt Baden-Baden als Träger tragen die finanziellen Belastungen weiterhin gemeinsam und bekennen sich ausdrücklich zu ihrer Verantwortung für die zukunftsfähige medizinische Versorgung in der Region. Auch stehen sie gemeinsam mit Rastatt weiterhin zum neuen Standort am Münchfeldsee. Die Verantwortlichen betonten aber zugleich, dass die bundespolitischen und wirtschaftlichen Veränderungen und die Zunahme der ambulanten Versorgung eine Anpassung der bisherigen Planungen für den Klinikneubau erforderlich machen. So soll es unter anderem statt der bislang geplanten 660 Betten wohl nur 450 bis 500 Betten geben.
Und wie geht es nun weiter? Weitere Einsparmöglichkeiten wird der Aufsichtsrat des Klinikums in den kommenden Wochen diskutieren und auf den Weg bringen. Auf der Tagesordnung der beiden Gemeinderäte und des Kreistags steht für die kommende Woche die Verabschiedung einer gemeinsamen „Resolution zur Stabilisierung der Krankenhausversorgung“. Diese richtet sich an den Bund, um zu verdeutlichen, dass es in Mittelbaden einen Versorgungsstandort braucht. Oberbürgermeisterin Monika Müller sagte dazu: „Wir setzen darauf, dass die Resolution von den Verantwortlichen auf Bundesebene nicht einfach zur Kenntnis genommen wird. Sondern Taten folgen. Denn die Menschen hier vor Ort haben ein Recht auf eine gute Gesundheitsversorgung! Unser Ziel ist, dass sich unsere Abgeordneten dafür spürbar einsetzen. Und die Bundesgesundheitsministerin aus Baden-Württemberg ist natürlich ebenfalls gefordert. Zudem erwarten wir, dass sich auch der neue Sozialminister im Land darum bemüht, dass Versorgung für Kranke, Verletzte, Schwangere und ältere Menschen weiterhin erreichbar bleibt. Auch in Mittelbaden.“
Weitere Informationen sind auf der Website des Klinikum Mittelbadens abrufbar.

