Expertenkreis Inklusion tagt im Rathaus
Aktuelle Projekte vorstellen, Aktionen des vergangen Jahres Revue passieren lassen und wertvolle Impulse geben: Das waren die Schwerpunkte beim Treffen des Expertenkreises Inklusion Ende April im Historischen Rathaus. Unter dem Vorsitz von Oberbürgermeisterin Monika Müller hatten sich mehr als 30 Menschen mit Expertenwissen im Bereich der Inklusion zum regen Austausch zusammengefunden, darunter Repräsentanten von Landkreis, Lebenshilfe, Seniorenbüro, Caritasverband, Rastatter Vereinen, Menschen mit und ohne Beeinträchtigung sowie der Fraktionen im Gemeinderat und viele mehr. Das gemeinsame Ziel: Die Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben in Rastatt verbessern.
„Inklusion betrifft uns alle, denn es braucht Menschen mit und ohne Behinderung, um Teilhabe für alle zu verwirklichen.“, verdeutlichte Monika Müller zu Beginn des Treffens.
Einen Schwerpunkt der Sitzung bildete der jährliche Sachstandsbericht – „Inklusion 2025“ – den die Leiterin der Servicestelle Inklusion Nicole Kohler vorstellte. Die Bilanz ist ermutigend, Beteiligungen gab es im vergangenen Jahr beispielsweise beim Diversity Tag im Mai mit einer Talk-Runde von Monika Müller und Landrat Christian Dusch sowie vielfältigen Aktionen im Historischen Rathaus oder auch am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen gemeinsam mit der Lebenshilfe auf dem Weihnachtsmarkt. Alles Aktionen, die dazu beitrugen, das Thema Inklusion sichtbarer zu machen und zum gesellschaftlichen Diskurs aufrufen. Dazu kamen Baumaßnahmen im Rahmen des Kommunalen Aktionsplans Inklusion, die von Verbesserungen in öffentlichen Gebäuden bis zur Anschaffung von Büchern in Einfacher Sprache sowie der Installation barrierearmer Selbstverbuchungsterminals in der Stadtbibliothek reichten. Auch im Bereich Beschilderung, Straßenquerungen, Barrierefreiheit im Nahverkehr und bei Sportanlagen wurde angepackt und viel Geld in die Hand genommen – von Bordsteinabsenkungen, neuen Behindertenparkplätzen, dem barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen „Krankenhaus“ und „Dreherstraße“ bis zur neuen Rampe an der Oberwaldhalle in Rauental, mehr Sitzbänken z.B. auf dem Waldfriedhof und in Grünanlagen sowie Geländer und Stufenmarkierungen.
Für mehr Verständnis und Teilhabe
Weitere Schwerpunkte lagen bei den Themen altersgerechtes Wohnen am Beispiel des Modellprojekt „Daheim wohnen im Rastatt“ (Zay) sowie der Gesundheitsförderung – mit der neuen Hitzekarte auf der städtischen Homepage. Auf ihr sind Hitzespots, kühle Räume und kostenlose Trinkwasser-Spender vermerkt – besonders für Menschen mit Einschränkungen von Interesse (https://www.rastatt.de/hitzekarte). Auch auf eine inklusive Nachtwächterführung für Personen mit unterschiedlichen kognitiven und körperlichen Beeinträchtigungen, die erstmals letzten Sommer stattfand, sah Nicole Kohler gerne zurück. Ebenso wie auf einen Stadtspaziergang entlang der Bahnhofstraße (B3) mit Menschen mit Sehhandicap vergangenen Oktober, bei dem die Teilnehmer ihre Schwierigkeiten im Straßenverkehr verdeutlichen konnten. Kohler lobte ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit dem Expertenkreis Inklusion.
Spaß für alle Rastatter Kinder: Inklusive Spielplätze
Ein besonderes Augenmerk lag auf dem neuen Spielplatz Pagodenburg, der vor wenigen Wochen offiziell seiner Bestimmung übergeben wurde. Viele Spielgeräte, die das Thema Wasser, Flusslandschaft und tierische Flussbewohner aufgreifen, sind inklusiv und sollen auch Kindern mit Einschränkungen ein schönes Spielerlebnis ermöglichen. Auch der inklusive Spielplatz „Am Schäferrhein“ in Rauental wurde vorgestellt. Er wird voraussichtlich Ende Juni eröffnet.
60 Jahre Lebenshilfe: Besondere Förderung im frühkindlichen Bereich
Anschließend präsentierte Christian Lemcke, Bereichsleiter Teilhabe Arbeit, Leben und Bildung bei der Murgtal Werkstätten & Wohngemeinschaften (MWW) und Mitglied der Geschäftsleitung, einen filmischen Überblick über das Engagement der Lebenshilfe Kreisvereinigung Rastatt/Murgtal e.V. Der Imagefilm war anlässlich des 60-jährigen Bestehens im letzten Jahr entstanden und gab einen spannenden Einblick in die Geschichte und die vielfältigen Tätigkeitsfelder des Vereins für Menschen mit Einschränkungen. Stephanie Maier, Geschäftsführende Leitung Kindergärten bei der Lebenshilfe, informierte anschließend über die Arbeit des Schulkindergartens Pünktchen im Westring 22, der Inklusiven Kindertagesstätte Pünktchen in der Nelkenstraße 12/5 sowie den Angeboten des Fachdienstes für Beratung, Begleitung und Betreuung (Westring 22). Der Fachdienst unterstützt Eltern mit praktischen Alltagshilfen und konkreten Strategien im Umgang mit herausfordernden Situationen. Ferner bietet er auch Fortbildungen für Kindertagesstätten zum Thema Inklusive Pädagogik an.
Stadt unterstützt Teilhabe: Wirtschaftstreffen bietet Forum
Der Stadtverwaltung und Oberbürgermeister Monika Müller ist es ein wichtiges Anliegen, dass Menschen mit Einschränkungen eine Stimme und Perspektive haben und als selbstverständlich wahrgenommen werden. Daher wird das städtische Wirtschaftstreffen am Mittwoch, 14. Oktober 2026, 10 Uhr, erstmals in Kooperation und in den Räumlichkeiten der Lebenshilfe stattfinden – einem der größten Arbeitgeber in der Region für Menschen mit Behinderung. So möchte die Stadt die wichtige Arbeit des Vereins unterstützen und zugleich ein Forum bieten, um Wirtschaftsakteure zusammenzubringen, Hemmschwellen abzubauen sowie perspektivisch Möglichkeiten fördern, Arbeitskräfte der MWW an lokale Unternehmen zu vermitteln. Am 24. Juni 2026, 18 Uhr, plant die Stadt Rastatt zudem eine Bürgerversammlung zum Thema Haushaltskonsolidierung. Hier sind ausdrücklich alle Mitbürgerinnen und Mitbürger – besonders auch mit Handicap – aufgefordert, ihre Perspektiven und Ideen einzubringen.
Interesse mitzumachen und sich einzubringen?
Wer sich eine Mitarbeit beim Expertenkreis Inklusion vorstellen kann, auf kurzem Weg Themen ansprechen möchte, Unterstützung benötigt oder Fragen hat, kann sich gerne an die Servicestelle Inklusion bei der Stadt Rastatt wenden: Nicole Kohler, Herrenstraße 13 (Rossi-Haus), E-Mail: nicole.kohler@rastatt.de, Tel. 07222 972-9440, https://www.rastatt.de/menschen-mit-behinderung/

